Das Institut: Glossar

Psychodiagnostik

Die Diagnostik dient grundsätzlich der Erfassung und Überprüfung von Auffälligkeiten und Leidenszuständen, die unter Umständen als krankheitswertig und behandlungsbedürftig gelten.
Beschreibung

Diese sind vor dem Hintergrund des Regulären, Normalen und Unauffälligen zu untersuchen und zu unterscheiden. Damit die Krankheitswertigkeit einer Störung bei Kindern oder Jugendlichen richtig eingeschätzt werden kann, muss der Untersucher eine Vorstellung von dem haben, was sich an alterstypischen Problemen in Schwellensituationen, wie z.B. Kindergarteneintritt, Schulbeginn, Schulende zuspitzen kann, aber als vorübergehend und daher nicht als krankheitswertig einzustufen ist. Die Psychodiagnostik mit Kindern und Jugendlichen bezieht sich auf alle Altersstufen vom Säugling/Kleinkind bis hin zum jungen Erwachsenen (bis 21 Jahren).

Im Erstkontakt mit den Patienten und ihren Angehörigen ist der Untersucher beim Beobachten und Erfragen von zentralen Aspekten geleitet: Welche fördernden und belastenden Beziehungserfahrungen hat das Kind/der Jugendliche in seinem bisherigen Leben gemacht? – Welche unbewussten Konflikte sind in der Entwicklung wirksam und für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik verantwortlich? – Welche Fähigkeiten bzw. Entwicklungskompetenzen hat das Kind/der Heranwachsende in der jeweiligen Altersstufe verfügbar? 

Im Zuge dessen nimmt der Untersucher eine umfassende Einschätzung der bisherigen Persönlichkeitsbildung bzw. ihrer Störung vor und erfasst maßgebliche Einflussfaktoren und Entstehungsbedingungen der vorhandenen Problemlage. Wird eine krankheitswertige Diagnose gestellt, kann eine Psychotherapie eingeleitet werden. In anderen Fällen sind möglicherweise alternative Hilfen angezeigt und zu empfehlen (Hopf, Windaus Hrsg. 2009, S.129, Lehrbuch der Psychotherapie, 3.Aufl., München: CIP-Medien).