Forschung: Soziale Phobie

Psychodynamische Kurzzeittherapie versus kognitive Verhaltenstherapie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Sozialer Phobie - eine randomisierte kontrollierte Multicenter - Studie

Die Soziale Phobie weist die höchste Inzidenz in der Pubertät bis zum frühen Erwachsenenalter auf. Oft sind die Symptome der sozialen Phobie in diesem Alter schwer abzugrenzen von normalen Entwicklungskrisen innerhalb der Pubertät.

Auf der anderen Seite chronifiziert gerade bei dieser früh erkrankten Patientengruppe die Symptomatik besonders häufig, und es kommt zur Entwicklung komorbider Störungen. Frühbehandlung der sozialen Phobie in der Adoleszenz verspricht dementsprechend auch eine Verbesserung des Langzeitverlaufs der Erkrankung.

Die Wirksamkeit psychodynamischer aber auch verhaltenstherapeutischer Psychotherapie bei Jugendlichen mit Sozialer Phobie ist empirisch bislang nicht hinreichend belegt. Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit und die vergleichende Evaluation der beiden Behandlungsverfahren. Weiter werden Prädikatoren des Therapieerfolges und differentielle Therapieeffekte der  Behandlungsverfahren erforscht.

Die Studie hat Anfang 2011 begonnen und wird im Rahmen des SophoNet-Forschungsverbundes durchgeführt.

126 Patienten im Alter von 15 - 20 Jahren, die als primäre Störung eine Soziale Phobie (DSM-IV 300.23) aufweisen, wurden im Rahmen eines Wartegruppen-Kontrolldesigns an den Studienzentren Heidelberg, Frankfurt, Göttingen und München eingeschlossen. Die Rekrutierung von Patienten endete am 31.05.2013.

Die manual-basierte Kurzzeitpsychotherapie erfolgte mit 25 Therapiestunden über einen Zeitraum von 4 Monaten.

Zahlreiche Messinstrumente zur Erfassung der sozialphobischen Symptomatik aber auch zur Lebensqualität und gesundheitsökonomischen Merkmalen wurden eingesetzt.

Erforscht wird die Qualität der therapeutischen Beziehung.

6 und 12 Monate nach Abschluss der Behandlung finden Katamneseuntersuchungen statt. Die Abschlussuntersuchungen sollen bis zum 30.06.2014 durchgeführt werden

Erste Ergebnisse der Studie werden frühestens Ende 2014 erwartet.